Nachdem wir die Feiertage nun rumgebracht hatten, ging es für uns alle ab dem 11 Januar wieder los. Voller Tatenkraft ging es wieder mal ab in die Arbeitswelt. Der Montag und Dienstag verlief eigentlich normal. Nur Dienstag nachmittags als Bettina vom Judo mit den Kindern heim ist, ist es ihr mal wieder ins Knie gefahren. Wir haben uns nicht böses dabei gedacht und sind wie gewohnt wieder am Mittwoch beide ins Geschäft. Mittags treffen wir uns ja immer in der Wohnung zur Mittagspause und was sehe ich da: Bettina liegt auf dem Sofa. Sie beschwert sich über massive Schmerzen im Knie und jammert nur rum. Sie hat auch die Patienten für den Nachmittag umbestellt und wer Bettina kennt der weiss sowas passiert nur im absoluten Ausnahmefall. Der Auftrag für Bettina war zeitnah einen Termin bei einem Orthopäden zu erhalten um der Sache auf den Grund zu gehen. Am Abend ging es dann schon nach Waiblingen zu einer Gemeinschaftspraxis von Orthopäden. Es wurde geröngt und anschliessend wussten wir genauso viel wie vorher. Sie hatte eine Überweisung zu einem MRT erhalten und eine schöne Liste mit Radiologischen Praxen. Superklasse!! Also am Donnerstag dann rumtelefoniert. Der Radiologe in Winnenden hatte erst einen Termin im Februar Zeit, also wurde der Termin am 19.01. in Stuttgart aktzeptiert. Früh morgens haben wir also die Kids dann schnell verarztet und sind auf 9 Uhr nach Stuttgart reingefahren. Während Bettina in der Praxis war bin ich ein wenig rumgelaufen. Da sich der Termin bis fast 10:30 Uhr zog bin ich da durch ein paar Läden gezogen und habe die Gelegenheit genützt und ein paar Kleidungsstücke für die Kinder gekauft. Nach einem Handyanruf hab ich dann den tieftraurigen Lurchen eingesammelt. Der wohl sehr gering psychologische Arzt hat das Bild des MRT mit den Worten: “Da haben Sie ihr Knie aber ordentlich zugerichtet”, fachmännisch beurteilt. Dieser Satz war natürlich ein derber Schlag. Es war eigentlich damit klar, dass hier ein operativer Eingriff zwingend notwendig war. Die radiologische Praxis hat uns einen Kurzbefund mitgegeben, der eigentlich schon ziemlich heftig war:
- chronischer Innenminiskuseinriss
- Freier Gelenkkörper von ca. 2 cm Länge
- ca 2 cm x 2 cm großer Knorpelschaden
Kling alles nicht besonders lustig, vor allem wenn man bedenkt das Bettina eigentlich eher ein Sportmuffel ist und erst vor ca 2 Jahren mit Laufen angefangen hat. Eigentlich war so eine Diagnose mal von mir erwartet worden, nachdem ich ja jahrelang Handball gespielt habe.
Nachdem ich Bettina daheim abgeliefert habe, bin ich dann ins Geschäft. Nachmittags war Personalratssitzung, wo ich die Gelegenheit genutzt habe und einen sporterfahrenen Kollegen gefragt habe ob er einen guten Kniespezialisten in der Region kennt. Natürlich kannte er jemand, er meinte wir sollten ihm einfach Bescheid geben er sorge dafür das wir dann auch einen Termin schnell erhalten.
Bettina war irgendwie mit der Situation noch nicht ganz eins geworden, den abends als ich ihr das erzählte meinte Sie wollte erst den Termin am Donnerstag in der Waiblinger Praxis abwarten. Na gut, wenn sie das so will. Am Donnerstag ist Sie dann mit dem Auto nach Waiblingen gefahren und kam natürlich total schlecht gelaunt zurück. Der Orthopäde hat ihr nicht viel mehr sagen können als dass sie sich an den Dr. Reichmann wenden sollte. Dr Reichmann war der auch von meinem Kollegen empfohlene Kniespezialist. Also haben wir dann unsere Beziehungen genützt und wir hatten schon am drauffolgenden Freitag mittag einen Termin bei diesem heiss begehrten Arzt. Der Termin am Freitag war eigentlich schon die Bestätigung aller schlechten Nachrichten: Eine Operation war notwendig und wurde auch gleich auf den 05.02. ambulant in der Praxis terminert.